Festgeld und Tagesgeld im aktuellen Zinsvergleich

Versteuerung von Festgeldzinsen

Wie alle Erträge, die aus Kapitalanlagen stammen, müssen auch die Zinsgewinne aus einer Festgeldanlage versteuert werden. Seit dem 01.01.2009 wird alle Erträge die aus Kapitalvermögen stammen eine pauschale Abgeltungssteuer erhoben. Es handelt sich dabei um eine Quellensteuer, welche direkt von der Bank an das jeweilige Finanzamt abgeführt wird.

Die Versteuerung von Festgeldzinsen

Der Steuersatz für die erhobene Abgeltungssteuer liegt bei 25 Prozent. Hierzu kommt noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Abgeltungssteuer. Ist der Anleger kirchensteuerpflichtig, dann wird die Kirchensteuer ebenfalls von einem möglichen Zinsgewinn abgezogen. Wie viel Kirchensteuer berechnet wird, hängt davon ab, in welchem Bundesland der Anleger wohnhaft ist. In Bayern und Baden-Württemberg wird ein Steuersatz von 8 Prozent erhoben. In allen anderen Bundesländern liegt der Satz bei 9 Prozent. Damit die Kirchensteuer abgeführt werden kann, ist es erforderlich, der Bank die jeweilige Konfession mitzuteilen. Mit Abführung der Steuern durch die Bank hat der Anleger automatisch seine Steuerpflicht erfüllt. Das bedeutet, dass er die Zinsgewinne in seiner Einkommenssteuererklärung nicht mehr angeben muss.

Wahlrecht bei der Abgeltungssteuer

Für die meisten Anleger ist die Abgeltungssteuer durchaus von Vorteil. Den in den meisten Fällen liegt der persönliche Steuersatz über den 25 Prozent, welche als Abgeltungssteuer berechnet werden. Da kein Anleger durch die Abgeltungssteuer schlechtergestellt werden soll, besteht ein hier Wahlrecht wie die Versteuerung von Festgeldzinsen erfolgen soll. Wer einen geringeren persönlichen Steuersatz als 25 Prozent hat, gibt die Zinsgewinne einfach in seiner Steuererklärung nochmals an. Er erhält dann die Differenz zwischen seinem Steuersatz und der Abgeltungssteuer wieder erstattet.

Versteuerung von Festgeldzinsen vermeiden

Nicht in allen Fällen müssen die Abgeltungssteuer sowie der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer auch wirklich bezahlt werden. Jedem Anleger steht ein jährlicher Freibetrag in Höhe von 801 Euro zu Verfügung. Bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 1602 Euro. Damit die Bank den Freibetrag auch berücksichtigen kann, muss der Anleger einen entsprechenden Freistellungsauftrag vorlegen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, den Freibetrag auf mehrere Freistellungsaufträge aufzuteilen. Liegt ein solcher Auftrag bei der Bank vor, dann führt diese keine Steuern ab solange die Zinsgewinne den jeweiligen Betrag nicht übersteigen. Liegt bei der Bank kein Freistellungsauftrag vor, dann führt diese die Abgeltungssteuer sowie den Solidaritätszuschlag und eine eventuelle Kirchensteuer automatisch an das zuständige Finanzamt ab.

Keine Versteuerung von Festgeldzinsen bei geringen Einkommen

Wer aufgrund seines geringen Einkommens nicht zur einkommenssteuerpflichtig ist, kann sich auch von der Versteuerung von Festgeldzinsen befreien lassen. Hierzu stellt man einfach eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beim zuständigen Finanzamt. Diese hat eine Gültigkeit von 3 Jahren und sollte immer dann gestellt werden, wenn die Zinseinahmen zwar den Steuerfreibetrag übersteigen, die gesamten Einnahmen jedoch so gering sind, dass keine Einkommenssteuer erhoben wird.

Wann werden die Zinsen ausbezahlt?

Bei Festgeldanlagen mit einer Laufzeit unter einem Jahr werden die Zinsen in der Regel immer am Ende der Laufzeit gutgeschrieben. Bei Laufzeiten von mehr als 12 Monaten ist dagegen eher eine jährliche Zinszahlung üblich. Dies hat für den Anleger den Vorteil, dass die Zinsen geringer sind und so in den meisten Fällen innerhalb des Freibetrags liegen. Bei einigen Banken erfolgt die Zinsgutschrift jedoch auch bei Anlagen, die länger als ein Jahr laufen zum Ende der Laufzeit. Je nach Anlagebetrag kann dadurch ein hoher Zinsgewinn entstehen, der eventuell nicht mehr durch den Freibetrag abgedeckt wird. Wer eine größere Summe anlegen möchte, sollte deshalb eher eine Festgeldanlage mit jährlicher Zinsgutschrift wählen, um die Versteuerung von Festgeldzinsen in Grenzen zu halten.

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