Festgeld und Tagesgeld im aktuellen Zinsvergleich

Prolongation

Der Begriff Prolongation kommt in erster Linie bei Festgeldern und Termingeldern vor. Gemeint ist damit die Verlängerung bzw. die erneute Anlage, nachdem die Laufzeit abgelaufen ist. Der stammt vom lateinischen Wort “prolungare” was soviel wie verlängern bedeutet. Je nach Vertragsbedingungen der Bank lassen sich zwei Arten der Prolongation unterscheiden. Dies ist die automatische Verlängerung sowie die durch den Anleger zu bestätigende Verlängerung.

Automatische Prolongation

Bei einer automatischen Verlängerung wird die Festgeldanlage, wie der Name schon sagt, automatisch verlängert sofern der Anleger diese nicht innerhalb einer gewissen Frist vor Ende der Laufzeit kündigt. Diese Frist richtet sich nach den Vertragsbedingungen der Bank und liegt zwischen drei Monaten und 14 Tagen. Geht keine Kündigung des Kunden ein, so wird die Anlage hierbei inklusive der erhaltenden Zinsen nochmals um dieselbe Laufzeit verlängert. Dafür erhält der Kunde den aktuell gültigen Zinssatz. Für den Fall einer Kündigung wird der angelegte Betrag inklusive der vereinbarten Zinsen auf das zuvor angegebene Referenzkonto ausbezahlt. Anleger sollten sich in jedem Falle rechtzeitig informieren, ob eine Kündigung erforderlich ist. Wird der angelegte Betrag nicht benötigt, empfiehlt sich ein genauer Festgeldvergleich, um die Konditionen der verschiedenen Banken miteinander zu vergleichen.

Zu bestätigende Prolongation

Bei dieser Art der Prolongation wird der Kunde rechtzeitig vor dem Ende der Laufzeit durch die Bank informiert. Diese unterbreitet dem Anleger dann zumeist ein entsprechendes Angebot für eine Verlängerung der Anlage. Der Kunde hat dann die Möglichkeit das Angebot anzunehmen und der Bank zu bestätigen. Erfolgt keine Bestätigung seitens des Anlegers, so wird der Betrag inklusive Zinsen auf das Referenzkonto überwiesen.

Prolongation für Zinseszinseffekt

Beim Festgeld ist eine Verlängerung die einzige Möglichkeit, um vom sogenannten Zinseszinseffekt zu profitieren. Dabei wird der ursprüngliche Anlagebetrag inklusive der Zinsen für die vergangene Laufzeit erneut angelegt, wobei die Zinsen quasi erneut verzinst werden. Im Gegensatz zu einem Tagesgeldkonto werden die Zinsen beim Festgeld nicht während der Laufzeit dem Anlagebetrag zugeschlagen und weiter verzinst. Die Auszahlung der Zinsen erfolgt zumeist erst zum Laufzeitende. Es gibt zwar auch Festgelder mit einer jährlichen Auszahlung der Zinsen, jedoch erfolgt diese dann direkt an den Anleger. Beim Tagesgeld werden die Zinsen dagegen regelmäßig auf dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben. Belässt der Anleger diese auf dem Konto erfolgt automatisch eine erneute Verzinsung. Deshalb sollten Anleger bei einem Tagesgeldkonto immer darauf achten, dass so oft wie möglich eine Zinsgutschrift erfolgt. Je nach Bank werden Zinsen jährlich, quartalsweise oder monatlich gutgeschrieben. Ein genauer Vergleich ist deshalb vor der Eröffnung eines Tagesgeldkontos in jedem Falle anzuraten.