Festgeld und Tagesgeld im aktuellen Zinsvergleich

Fungibilität

Bei der Bezeichnung Fungibilität handelt es sich um einen Fachbegriff aus der Finanzwirtschaft. Er besagt, wie leicht Anleger Investitionen wieder in Geld umwandeln können.

Hohe Fungibilität an den Börsen

Der Grad der Austauschbarkeit bemisst sich daran, wie umfangreich bei Anlageobjekten Handel stattfindet. Fungibel sind Investitionsformen dann, wenn sich bei einem Verkaufswillen leicht und schnell ein Käufer findet. Das trifft zum Beispiel auf die Aktien- und Anleihenmärkte an den Börsenplätzen zu. Verkäufe können über die Handelsplattformen binnen weniger Minuten oder sogar Sekunden abgewickelt werden. Das standardisierte Verfahren, mit dem Verkäufer und Käufer zusammengebracht werden, garantiert dies. Dabei geht es aber nur darum, ob Anleger Wertpapiere abstoßen können. Es heißt nicht, dass sie das zu einem attraktiven Preis durchführen. So gibt es an den Börsen teilweise starke Kursschwankungen. Auch nach Kursstürzen finden sich viele Käufer, aber der bisherige Besitzer muss eventuell umfangreiche Verluste hinnehmen. Setzt er bei seiner Order ein zu hohes Preislimit, das nicht dem aktuellen Marktniveau entspricht, wird er den Verkauf nicht vollziehen können. Die einfache Austauschbarkeit gilt außerdem nicht für alle Aktien und Anleihen. Manche Wertpapiere mit geringem Kapitalisierungswert verzeichnen an Handelstagen nur geringe Umsätze. Bei diesen sogenannten Small Caps werden teilweise nur ein Mal täglich die Kurse festgestellt und somit die vorhandenen Aufträge ausgeführt.

Diese Kapitalanlagen sind schwierig auszutauschen

Bei manchen Anlageformen können Investoren ihr Kapitaleigentum nur mit Mühen und bei entsprechenden Rahmenbedingungen verkaufen. Das trifft zum Beispiel auf Immobilien zu, wenn aktuell keine Nachfrage am Markt herrscht. In bestimmten Regionen gibt es einen umfassenden Leerstand, die Mieten verharren auf niedrigem Niveau. Dort stehen Immobilienbesitzer vor einer komplizierten Käufersuche. Besser sieht die Lage in beliebten Wohngegenden aus. Aber auch dann bedeutet der Verkauf mangels standardisierten Verfahrens einen großen Aufwand: Es bedarf persönlicher Treffen mit Interessierten und einer individuellen Kaufabwicklung inklusive Bonitätsprüfung und Vertragsgestaltung. Über einen ebenso niedrigen Fungibilitätsgrad verfügen direkte Unternehmensbeteiligungen. Auch hier kann sich die Suche nach einem neuen Investor als langwierig erweisen.

Wie Anleger die Fungibilität bewerten sollten

Bei der Wahl einer Anlageform stellt die Austauschbarkeit ein wichtiges Kriterium dar. Aber Anleger sollten sich nicht allein darauf konzentrieren. Die erwartbaren Erträge und die Wertentwicklung sind bedeutendere Faktoren. Es bringt zum Beispiel wenig, Aktien verkaufen zu können, wenn sie zuvor massiv an Wert verloren haben. Festgeldanlagen können die bessere Alternative darstellen. Während der Laufzeit können Sparer diese zwar nicht handeln, dafür können sie die Zinszahlungen aber genau planen und erhalten bei Fälligkeit den Nennbetrag ausbezahlt. Angesichts der fehlenden Fungibilität während der vereinbarten Zeitspanne sollten Interessierte die Laufzeit jedoch intensiv abwägen. Währenddessen sollten sie die angelegte Summe nicht benötigen. Bei Unsicherheit empfiehlt sich stattdessen ein Tagesgeldkonto, dort angelegtes Geld können Sparer werktäglich auf ihr Girokonto umbuchen lassen.