Festgeld und Tagesgeld im aktuellen Zinsvergleich

EURIBOR

Der EURIBOR ist eine Alternative zur LIBOR und wurde erst mit der Euro-Einführung ins Leben gerufen. Allerdings bestehen hier durchaus Möglichkeiten einer Kartellbildung im Zusammenhang von sogenannten derivaten Finanzprodukten, so dass die EU aktuell in einem solchen Fall bereits Ermittlungen aufgenommen hat. Grundsätzlich steht der bzw. die EURIBOR für Euro Interbank Offered Rate, wobei sie vorwiegend in Hinblick auf erwähnte Derivate, also bezüglich diverser Warentermingeschäfte, von Bedeutung ist und von kleinen Anlegern regelmäßig nicht beeinflusst wird. Hier handelt es sich also um ein Finanzinstrument, das nur für Großanleger, Unternehmen und Banken von Bedeutung ist. Trotzdem lohnt sich eine eingehende Information auch für kleine und mittlere Anleger, die nicht sämtliche Wertpapiergeschäfte ihrer Hausbank überlassen möchten, sondern auch im Bereich des direkten Wertpapierhandel und nicht nur über die Fonds der Hausbank aktiv sind.

Wann wird die EURO INTERBANK OFFERED RATE ermittelt?

Wichtig ist die EURIBOR in erster Linie für – der Name sagt es bereits – das InterBankengeschäft, denn dort ist sie der jeweils aktuell geltende Zinssatz für Termingelder, der in Euro angegeben wird. Hier geht es also ausdrücklich auch nur um Termingelder, die in Euro be- bzw. verrechnet werden. Dabei wird die Euro Interbank Offred Rate jeweils einmal täglich bzw. geschäftstäglich ermittelt und zwar für eine Woche, für zwei Wochen für drei Wochen und für eine Laufzeit von 12 Monaten jeweils in monatlichen, doppelmonatlichen oder quartalsmäßigen Schritten.

Wozu verwendet man Sie?

Wie oben bereits ausgeführt verwendet man die EURO Interbank Offered Rate einerseits als Verhandlungsbasis für Kredite mit kurzer bis sehr kurzer Laufzeit. Weiterhin ist sie eine wichtige Information für Banken, die ihren Kunden Festgelder bzw. die Anlage von Termingeldern der verschiedensten Art anbieten und für diese einen Zinssatz ermitteln müssen. Hier kommt auch der Punkt ins Spiel, wo die EURIBOR und die Kenntnis von ihr auch für mittlere und kleinere Anleger von Bedeutung sein könnte, denn durch eine solche Kenntnis kann sicher mit der eigenen Hausbank oder der Anlagebank bzw. dem Anleger im umgekehrten Fall über die Verzinsung der Geldanlage verhandelt werden. In der Realität dürfte es aber nach wie vor so sein, dass ein kleiner Anleger und auch ein Anleger mittlerer Größe den Zinssatz von der Bank als fest vorgegeben bekommt und dort nur abschließen kann oder eben nicht. Interessant ist dies allerdings für große Anleger, wie beispielsweise Unternehmen, die ihren Zinssatz für Geldanlagen oder auch für kurzfristige und mittelfristige Kredite der verschiedensten Art mit dem betreffenden Kreditinstitut selbst individuell aushandeln.

Welche historischen Hintergründe und Ursprünge besitzt die EURIBOR und welche Bedeutung hat die LIBOR?

Der wesentlichste historische Hintergrund der EURIBOR ist eigentlich, dass sie eine Alternative zum LIBOR sein sollte und mit der Einführung der Währung Euro ins Leben gerufen wurde. Dabei melden aktuell 43 Banken, darunter auch 11 deutsche Kreditinstitute, zu festgelegten Terminen ihre Angebotssätze an Reuters. Reuters ist ein Informationsanbieter, der dann seinerseits entsprechende Durchschnittssätze ermittelt und ebenfalls zu festen Zeitpunkten veröffentlicht. An diesen Durchschnittssätzen kann dann analog zum bisher bekannten LIBOR (London Interbank Offered Rate) eine Orientierung erfolgen. Trotzdem sollte aber immer angemerkt werden, dass eine Orientierung erfolgen kann aber nicht muss.

Zur Webseite des EURIBOR: www.euribor-ebf.eu