Festgeld und Tagesgeld im aktuellen Zinsvergleich

Buchgeld

Das Buchgeld wird unter anderem auch als Giralgeld oder Geschäftsbankengeld bezeichnet. Es beschreibt einen Anspruch auf Zahlung von Bargeld, welches als sofort zu verwertendes Guthaben auf einem Konto geführt wird. Neben einem vorhanden Guthaben kann der Zahlungsanspruch auch auf Grund eines von der Bank gewährten Überziehungsrahmens bestehen. Geprägt wurde der Begriff des Buchgelds, als Sichteinlagen noch in Kontenbüchern geführt wurden. In der heutigen Zeit geschieht dies mittels moderner EDV.

Ohne Buchgeld wäre ein bargeldloser Zahlungsverkehr nicht möglich. Allerdings gilt das Buchgeld im Gegensatz zum Bargeld nicht als gesetzliches Zahlungsmittel. Somit besteht auch keine Pflicht, das Buchgeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Dennoch wird das Buchgeld im Wirtschaftsleben in der Regel als Zahlungsmittel angenommen.

Buchgeld entsteht, wenn ein Kontoinhaber beispielsweise 200 Euro auf sein Konto einbezahlt. In diesem Fall wird aus dem Zentralbankgeld des Kunden eine Sichteinlage als Buchgeld. Gleichzeitig bedeutet die Sichteinlage eine Forderung seitens des Kontoinhabers gegenüber seiner Bank. Ein solcher Zahlungsanspruch besteht auch, wenn die Bank dem Kunden einen Überziehungsrahmen eingeräumt hat. Über den Zahlungsanspruch kann der Kontoinhaber sowohl mittels einer Abhebung in bar oder auch durch eine Zahlung per Überweisung an einen anderen Kontoinhaber verfügen.

Die Bank hat nun die Möglichkeit ihrerseits die eingezahlten 200 Euro auf ihr Konto bei der Zentralbank einzuzahlen. Dieses Sichtguthaben kann nun als Mindestreserve verwendet werden. Die Bank hat nun Möglichkeit selbst Buchgeld zu erzeugen. Hierzu kauft sie Vermögensgegenstände und bezahlt dieses mit selbst geschöpftem Buchgeld. Hierbei spricht man von einer Monetisierung, die auf zwei unterschiedliche Arten möglich ist:

  • Einem anderen Kunden wird von der Bank ein Kredit gewährt. Bei einem Kredit wird dem Kunden im Prinzip ein Rückzahlungsversprechen abgekauft. Zusätzlich zu dem vom ersten Kunden eingezahlten Betrag von 200 Euro hat der Kunde nun zum Beispiel weitere 100 Euro Sichteinlage als Kredit zur Verfügung.
  • Die Bank kauft Wertpapiere sowie bewegliche oder unbewegliche Vermögensgegenstände. Hier entsteht die Geldschöpfung dadurch, dass die Bank dem Verkäufer den Kaufpreis auf dessen Konto gutschreibt. Dabei stehen dem Verkäufer nun neben den 200 Euro aus der ursprünglichen Einzahlung noch weitere 50 Euro als Sichteinlage zur Verfügung.

Da dieser Prozess beliebig oft wiederholt werden kann, entsteht auf Basis des ursprünglich einbezahlten Betrages ein Vielfaches an Buchgeld.

Die Bank kann in Probleme kommen, wenn beispielsweise alle Kunden gleichzeitig ihr Sichtguthaben abheben möchten. In diesem Fall würde das Zentralbankgeld nicht ausreichen. Dazu kann die Bank auf die Schnelle ihr Aktiva in Zentralbankgeld umwandeln. Für die Bank besteht dann nur die Möglichkeit, sich vorübergehend Geld von der Zentralbank zu leihen.

Für den Fall, dass ein Kreditnehmer seinen Kredit nicht zurückzahlen kann, verliert das Rückzahlungsversprechen an die Bank seinen Wert. Die Bank muss diese Position dann abschreiben, wodurch sich das Eigenkapital entsprechend verringert. Da die Eigenkapitalquoten von Banken in Vergleich zu anderen Unternehmen eher gering sind, droht beim Ausfall von mehreren großen Kreditnehmern eine Insolvenz.